Themen und Inhalte der Sprachgestaltung in der Lehrerausbildung
Anliegen der Spracharbeit
Die stimmliche Hochleistung des Lehrerberufes macht es notwendig, Bewusstsein und Sorgfalt in die Stimmprophylaxe zu legen.
Grundlage für ein „geerdetes Sprechen“ ist die Lockerheit des Körpers, speziell der Gelenke, und damit verbunden die Anbindung an den Beckenraum und die Erde als unverzichtbare Kraftorte. Anspannung, zu flache und falsche Atmung macht die Stimme flach und angestrengt. Auf diese Weise wird das Sprechen, aber auch das Zuhören, anstrengend, unsicher, verunsichernd.
Es geht um Achtsamkeit für das eigene Sprechen, im Umgang mit dem Körper und der Stimme, so wie mit der Sprache und ihrer Modulation im Raum und im Hörerkontakt.
Es geht um Achtsamkeit im Hören, um Wachwerden für den Klang, Ausdruck und damit auch für die Befindlichkeit der anderen Person.
Es geht ebenso um das Erleben und Schöpfen der Kraft, der Energie, die in der Sprache und in uns selbst liegt. Das ist eine individuelle Existenznotwendigkeit (z.B. zur Vermeidung von burn out Erscheinungen) und eine soziale Notwendigkeit (in der Konfliktträchtigkeit der Kommunikation).
So wird die Arbeit an der Authentizität und der Präsenz im Sprechen zur Schulung der eigenen Persönlichkeit.
Die Arbeit an der Sprache will ein Bewusstsein und Gefühl für die Sprache selber in ihren Qualitäten entwickeln: bis in die Plastizität der Laute, in die Musikalität der Rhythmen und des Redeflusses, bis in die Stilmittel von Rezitation und Deklamation und den seelischen Ausdruck der Gebärden. Sie will die Sprache bis an das Bild oder an den Gedanken heran bringen.
Die gestaltete Sprache ist Kunst und Erziehungsmittel.
Wesentliche Themen der Sprachgestaltung sind
- die Arbeit am „Instrument“, Lockerung des Körpers, Erdung, Haltung, Atmung,
- Wahrnehmungsübungen im Raum und an einander
- Die Anbindung der Stimme und Sprache an die körperliche Bewegung zur Erfahrung sprachlich-seelischer Grundgebärden
- Artikulations-, Geläufigkeits- und Stimmübungen zur Bewusstmachung der Sprachorgane
- Konsonanten- und Vokalübungen zur Erfahrung der Lautqualitäten
- Gestaltung lyrischer Texte
- Gestaltung epischer Texte: Hexameter, Stabreim, Prosa (einerseits unter dem Gesichtspunkt „Stoff für Klassenlehrer“, andererseits als Atem- und Erzählschule für den Lehrer)
- Arbeit an altersstufenrelevanten Texten besonders im Hinblick auf Laut- und Rhythmusgestaltung
- Erarbeitung von Balladen als Partnerarbeit
- Übungen im freien Erzählen aus dem Stehgreif und anhand vorbereiteter Texte
- Übungen in chorischem Sprechen
Das beinhaltet,
- die Wahrnehmung der eigenen Person, der anderen Spieler und des Raumes zu üben
- Beziehungskompetenz zu entwickeln
- zu improvisieren
- Phantasie und Spielfreude zu entdecken
- Figuren und Szenen zu entwickeln
- Kostüm, Bühne, Licht zu gestalten
- Notwendigkeit von Teamarbeit zu erfahren











