Der vierte Wert: das Gleichgewicht
Ich habe meine drei Werte beschrieben. Man könnte sie bezeichnen als: „Ich“-„Du“-„Sache“. Selbstverständlich finden wir diese Werte nicht nur am Seminar. Sie wirken überall, wo Menschen miteinander zu tun haben. Wenn ich in der U-Bahn stehe, steht neben mir ein Du, das ich nicht kenne und vermutlich auch nicht kennenlernen werde. Was uns verbindet, ist die Sache. Also die U-Bahn. Die beiden anderen Werte verdämmern. In umgekehrter Richtung tritt das Thema in den Hintergrund, wenn ich einen Liebesbrief schreibe. Jetzt geht es um das Du, und jedes Thema ist als Vorwand willkommen. Schreib ich jedoch Tagebuch, dann ist mir jedes Du gleichgültig. Und Themen wechseln. Hier geht es nur um mich. Genug der Beispiele! In den meisten menschlichen Beziehungen steht einer der drei Werte im Vordergrund und die beiden anderen verkümmern. Anders im Fach „Grundlagen“. Hier sollen die drei Werte sich nicht gegenseitig ausschließen, vielmehr gegenseitig sich einschließen. Dies ist der vierte Wert. Er besteht im Gleichgewicht der drei ersten. Das ist die Kunst. Sie muss nicht in jeder Stunde gelingen. Aber vielleicht im Verlauf eines Tages? Oder erst in der Zeitgestalt einer Woche? Zumindest am Ende der Ausbildung sollte das Gleichgewicht der drei Werte derart oft erfahren worden sein, dass wir es – als Bedürfnis – nie mehr verlieren. Man könnte es „Erziehungs-Kunst“ nennen. Jede Sitzung ein Kunstwerk? Nein, sondern ganz bescheiden: eine Kunst-Werkstatt. Aber das kann ich nicht alleine machen. Da müssen Sie mir schon dabei helfen. Aber wie können Sie mir helfen, wenn Sie nicht am Seminar sind? Also bitte: Anmelden!











